Ohne Wirkung kein Fortschritt: wirkungsorientierte Infrastruktursteuerung für Deutschland
- Tobias Merten
- 13. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 2 Tagen
Warum Deutschlands Infrastruktur ein Steuerungsproblem hat, kein Finanzierungsproblem
Am 13. August 2026 ist unsere Studie „Digitale Straße Deutschland. Vom Haushaltsakt zum Wirkungssystem“ erschienen, gemeinsam mit EY-Parthenon und kofinanziert von Vitronic und DKV Mobility. Die Kernthese: Deutschlands Infrastrukturkrise löst sich nicht durch einen neuen Namen an der Spitze des Verkehrsministeriums und auch nicht durch zusätzliche Milliarden allein. Sie löst sich durch eine andere Art zu entscheiden, datenbasierter, wirkungsorientierter.
Das größte Infrastrukturprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik läuft an. Gleichzeitig bewerten 84 Prozent der Unternehmen den Zustand der Verkehrsinfrastruktur als wirtschaftliche Belastung, und die Leistungsfähigkeit des Netzes steigt für Bürger, Wirtschaft und Logistik nicht spürbar. Steigende Mittel und sinkende Leistungsfähigkeit sind kein Widerspruch. Sie sind ein Hinweis auf ein Steuerungsproblem.
Drei Lücken, die wirkungsorientierte Infrastruktursteuerung heute verhindern
Der Grund liegt in drei Lücken, die heute zwischen Mitteleinsatz und Wirkung stehen. Eine Datenlücke, weil Zustands-, Nutzungs- und Wirtschaftsdaten zwar existieren, aber verteilt und nicht zusammengeführt sind. Eine Messlücke, weil wir den Zustand einzelner Bauwerke sehr genau erfassen, ihre wirtschaftliche Bedeutung für das Gesamtnetz aber kaum. Und eine Lernlücke, weil geprüft wird, ob Mittel abgeflossen sind, aber selten, ob eine Maßnahme tatsächlich gewirkt hat.
In unserer Studie „Digitale Straße Deutschland. Vom Haushaltsakt zum Wirkungssystem“ schließen wir diese Lücken mit zwei Instrumenten. Der von Bridge the Momentum entwickelte Economic Reach Index macht die wirtschaftliche Reichweite eines Korridors vergleichbar und damit priorisierbar. Ein digitaler Zwilling führt Infrastrukturzustand, Verkehrsmanagement und Investitionsplanung auf einer gemeinsamen Datengrundlage zusammen. Verbunden ergeben sie einen Wirkungskreislauf, der Investitionen begründet, Prioritäten transparent macht und ihre Wirkung nachvollziehbar werden lässt.
Der Einstieg braucht dafür keine neue Behörde und kein Milliardenprogramm, sondern eine Entscheidung: den Übergang von einer Politik des Mitteleinsatzes zu einer Politik der Wirkung. Die Straße ist dabei nur der Anfang.
Erste Einordnungen sind bereits erschienen. Die Autoren haben ihre Sicht in einem Namensbeitrag im Tagesspiegel Background dargelegt, redaktionell berichtet haben unter anderem die DVZ und die VerkehrsRundschau.
Die vollständige Studie und die Kurzfassung stehen unter www.digitale-strasse.de zum Download bereit.
Digitale Straße Deutschland
Finalisiert: Ende Juli 2026
Veröffentlicht: August 2026
Umfang: 10 Kapitel + Anhang (103 Seiten)
Autoren: Bridge the Momentum, EY-Parthenon
Sprache: Deutsch
Format: PDF
Digitale Straße Deutschland (Kurzfassung)
Finalisiert: Ende Juli 2026
Veröffentlicht: August 2026
Umfang: 17 Seiten
Autoren: Bridge the Momentum, EY-Parthenon
Sprache: Deutsch
Format: PDF
Mitwirkende Partner
Die Studie „Digitale Straße Deutschland" wurde von Bridge the Momentum und EY-Parthenon gemeinsam erarbeitet und von Vitronic und DKV Mobility kofinanziert.
Begleitet wurde sie von einem Advisory Council mit Pro Mobilität, Toll Collect und dem Bundesverband Public Private Partnership.
Die Beteiligten haben ihre Praxisperspektiven und Erfahrungen eingebracht, vertreten jedoch keine gemeinsame politische Position.
Hinweis / Disclaimer
Die in der Studie enthaltenen Analysen und Einschätzungen wurden von Bridge the Momentum und EY-Parthenon mit größter Sorgfalt erstellt. Sie spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung der Kofinanziers oder der Mitglieder des Advisory Council wider. Die Veröffentlichung dient der fachlichen und politischen Diskussion im Rahmen der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik.






Kommentare